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Fondsdepot Bank veröffentlicht ihren Kapitalmarktausblick für das Jahr 2019

Kapitalmarktausblick 2019 der Fondsdepot Bank

Die ökonomischen Rahmenbedingungen für die Weltwirtschaft haben sich zum Jahresende 2018 aufgrund der geopolitischen Konflikte (US-Handelspolitik, BREXIT, Italien/EU Konflikt, Gelbwesten-Proteste Frankreich) eingetrübt. Wir erwarten auch für 2019 eine anhaltende geopolitische Unsicherheit insbesondere mit Blick auf einen eventuell ungeordneten BREXIT Ende März. Beim US-Handelskonflikt mit China gehen wir hingegen von einer Einigung in den nächsten Monaten aus, da der ökonomische Druck insbesondere auf chinesischer Seite mit der sich abzeichnenden Exportschwäche zunimmt. Aufgrund der spätzyklischen Konjunkturabkühlung rechnen wir mit einem Wachstum der Weltwirtschaft mit Blick auf 2019 in Höhe von +3,3%. Dieser Wert bewegt sich leicht unter ihrem langjährigen Durchschnitt von +3,5% seit 1980. Ein Blick auf den globalen Datenkranz deutet auf eine regional uneinheitliche Entwicklung der Weltwirtschaft hin, bei der höheres Schwellenländer- und US-Wachstum schwächere Daten aus Europa und Japan ausgleicht. Wir prognostizieren für die USA ein BIP-Wachstum in 2019 von +2,2%, für den Euroraum von +1,2% und für China +6,1%. Insgesamt dominieren in 2019 die Abwärtsrisiken für den Verlauf der Weltwirtschaft. Aber wir erwarten trotz 9-jährigem Bestehen des aktuellen Aufschwungs noch keine Rezession, sondern nur ein verlangsamtes Wachstum aufgrund stabilisierender Gegeneffekte. Mit diesen Effekten rechnen wir sowohl von der Geldpolitik der wichtigsten Zentralbanken als auch von der Fiskalpolitik einzelner Regierungen.

In den USA prognostizieren wir in 2019 aufgrund eines abnehmenden Konjunkturoptimismus eine Verlangsamung des Zinserhöhungszyklus mit nur einem Zinserhöhungsschritt von einem Viertelprozentpunkt. Außerdem ist die Inflationsrate nahe an der Zielmarke der Fed. Das größte Risiko für einen Anstieg der Inflationsrate sehen wir in einem Anstieg der Lohn-Preis-Spirale, nachdem die Stundenlöhne im 4. Quartal 2018 deutlich angezogen haben. Der Effekt auf die Inflation wird allerdings durch die Digitalisierung abgemildert. In der Eurozone rechnen wir aufgrund gesenkter Wachstumsprognosen und einer niedrigen Kerninflation in 2019 mit keiner Zinserhöhung. Von den Regierungen in China, Großbritannien, Italien, Japan und Deutschland erwarten wir zur Stützung des Wachstums eine aktive Fiskalpolitik durch steuer- und ausgabenpolitische Maßnahmen.

In dieser Spätphase des Konjunkturzyklus rechnen wir auf Einzelunternehmensebene nur noch mit einem geringen Wachstum der Unternehmensgewinne. Für die Anlageklasse Aktien bedeutet dies, dass sie eine Balance finden muss zwischen gering wachsenden Unternehmensgewinnen und dem möglichen Abrutschen in die Rezession. Unterstützung liefert die Bewertungsseite, da diese zuletzt deutlich auf einen Wert unterhalb des Durchschnitts der letzten 10 Jahre gesunken ist. Dieses Umfeld kann eine gute Basis für moderat steigende Aktienkurse darstellen.

Für die Segmente Aktien USA, Aktien Europa und Aktien Deutschland erwarten wir ein niedriges, einstelliges Prozentwachstum der Unternehmensgewinne, die Basis unserer Prognosen für das Jahresende 2019 sind: S&P 500 Index 3.000 Punkte, Euro Stoxx 50 Index 3.400 Punkte und DAX 12.100 Punkte. Für die internationalen Aktienmärkte sind dabei neben dem sich abschwächenden Weltwirtschaftswachstum auch der Ausgang des US-Handelsstreits mit China und der BREXIT von besonderer Bedeutung.

Das Segment Aktien USA profitiert von einer derzeit robusten Verfassung der Volkswirtschaft, welche insbesondere an dem hohen Investitionsvolumen, den steigenden Löhnen und der Vollbeschäftigung liegt, und in Summe zu einer hohen Konsumnachfrage führt. Der Konsum beeinflusst in den USA mit 68% einen vergleichsweise hohen Wert am BIP. Das Segment Aktien Europa ist gekennzeichnet von mehreren hausgemachten Problemen wie dem Risiko eines ungeordneten BREXIT, den sozialen Unruhen in Frankreich und dem geringen Wirtschaftswachstum in Italien. Auch die im Mai 2019 anstehenden Wahlen zum Europaparlament könnten zu Stimmenverlusten der etablierten Parteien führen und die politische Strukturkrise weiter befeuern. Den Strukturproblemen des Euroraums wird allerdings weiterhin durch die lockere Geldpolitik der EZB begegnet, obwohl Strukturreformen und Haushaltsdisziplin der nationalen Regierungen notwendig wären.

Anleihen stellen zum Jahresende 2018 immer noch eine hoch bewertete Anlageklasse dar. Attraktive laufende Verzinsungen findet man außerhalb der Eurozone, z.B. in den USA oder den Emerging Markets. Im Portfoliokontext spielen Anleihen im Rahmen der Diversifikation und zur Steuerung des Portfoliorisikos weiterhin eine wichtige Rolle. Für die 10-jährige Bundrendite erwarten wir zum Jahresende 2019 einen Anstieg auf 0,50% und für 10-jährige US-Treasuries auf 3,00%. Der Markt für Unternehmensanleihen befindet sich zum Jahreswechsel 2018/2019 in einer stabilen fundamentalen Verfassung. In der spätzyklischen Konjunkturphase wird der Druck jedoch auf Investment Grade und High Yield Anleihen sowohl in Europa als auch in den USA zunehmen. Als Hauptursache sehen wir dabei das sich abschwächende Gewinnwachstum und nur in geringerem Maße einen Anstieg der Ausfallrate. Innerhalb des Anleihensegments bewerten wir Emerging Markets Anleihen als vergleichsweise attraktiv, da einerseits die Schwellenländer auch in 2019 ein deutlich höheres Wirtschaftswachstum aufweisen werden als die Industriestaaten und andererseits die externe Anfälligkeit aufgrund verringerter Leistungsbilanzdefizite bei den meisten Schwellenländern deutlich gesunken ist. Außerdem haben sich die Spreads in 2018 in den letzten Monaten stark ausgeweitet und bieten einen gewissen Schutz gegen steigende Zinsen. Für 2019 rechnen wir mit einem Ende der USD-Stärke und prognostizieren per Jahresende einen EUR/USD von 1,20, insbesondere vor dem Hintergrund eines sich verlangsamenden Expansionstempos der US-Wirtschaft und einem vorläufigen Ende des Zinserhöhungszyklus in den USA.

Der Einfluss von geopolitischen und makroökonomischen Risiken kann in den nächsten Quartalen immer wieder zu Schocks führen, die hohe Schwankungen an den Kapitalmärkten auslösen können. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass einige drohende politische Risiken auch ein positives Ende nehmen können. Eine Lösung im US-Handelskonflikt und ein möglichst geordneter BREXIT oder noch besser ein Exit vom BREXIT wären für eine stabile Entwicklung der makroökonomischen Kerngrößen förderlich. In einem solchen Spannungsfeld sollte das Vermögensverwaltungsdepot seine Vorteile des aktiven Managements und die Nutzung verschiedener Kapitalmarktsegmente zur Geltung bringen können.

 

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