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Fonds in Abwicklung

Ein Investmentfonds in Abwicklung unterliegt unter dem seit 01.01.2018 geltenden neuen Investmentsteuergesetz (InvStG) einer besonderen Besteuerungsregelung. Investmentfonds unterliegen normalerweise mit ihren Ausschüttungen, ggf. unter Anwendung einer Teilfreistellung, dem Abzug von der Kapitalertragsteuer. Bei Investmentfonds in Abwicklung ist dies nach § 17 InvStG nur noch insoweit der Fall, wie in den Ausschüttungen der Wertzuwachs eines Kalenderjahres enthalten ist.

Zur Ermittlung dieses Wertzuwachses ist nach § 17 Abs. 1 InvStG die Summe der Ausschüttungen für ein Kalenderjahr zu ermitteln und mit dem letzten in dem Kalenderjahr festgesetzten Rücknahmepreis zusammenzurechnen. Übersteigt die sich daraus ergebende Summe den ersten im Kalenderjahr festgesetzten Rücknahmepreis, so ist die Differenz der Wertzuwachs. Lediglich auf diese Differenz wird Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag erhoben. Auf unterjährig erfolgende End- oder Zwischenausschüttungen wird zunächst der volle Kapitalertragsteuerabzug vorgenommen. Nach Ablauf des Kalenderjahres erfolgt dann der Abgleich, in welchem Umfang tatsächlich ein Wertzuwachs bezogen auf das Kalenderjahr eingetreten ist oder eine steuerfreie Substanzausschüttung stattgefunden hat.

Unterjährig gezahlte Erträge von Fonds in Abwicklung werden zum Zeitpunkt der Ausschüttung zunächst wie jede andere  Ausschüttung besteuert. Ob es sich bei diesen Erträgen um eine Substanzausschüttung (steuerfrei) oder einen Wertzuwachs (steuerpflichtig) im Steuerjahr gehandelt hat, können depotführende Institute erst nach erfolgter Datenlieferung des WM Datenservice®  beurteilen. Diese Datenlieferung wird im Regelfall in Q1 des Folgejahres stattfinden. Nach Erhalt der Daten wird die depotführende Stelle die korrekte Steuerlast, unter Berücksichtigung der bereits auf das Erträgnis gezahlten Steuern, berechnen. Es kann somit zu entsprechenden Korrekturbuchungen kommen.

Insbesondere Besitzer von offenen Immobilienfonds in Abwick­lung erhalten in unregelmäßigen Abständen sogenannte Substanz­ausschüttungen. Die Fondsgesell­schaften verteilen dabei den Erlös aus dem Verkauf der verbliebenen Immobilien an die Fonds­anleger. Um die Situation der Fonds in Abwicklung zu berücksichtigen, wurde im Gesetz mit dem § 17 InvStG 2018 eine Sonderregelung vorgesehen, die im Ergebnis Substanzausschüttungen in einem Zeitraum von max. 5 Kalenderjahren ab Beginn der Abwicklung steuerfrei stellt. Die Abwicklung beginnt für diese Zwecke frühestens am 1. Januar 2018.

Stets aktuelle Fondsinformationen erhalten Sie auf der Internetseite der zuständigen Kapitalverwaltungsgesellschaft.

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